Die
reine Ausdauermethode
Ernst van Aaken ging davon aus, dass optimale Leistung nur bei einer maximalen Sauerstoffaufnahme möglich ist. Daraus folgt ein Training bei langsamem Tempo im sogenannten "steady state". Wichtigste Merkmale der Methode sind:
- täglich
Laufen
- viel
Laufen (10-80 km)
- schonendes
Tempo (Puls 130 /min)
- häufige
Pausen bis
zur vollständigen Erholung
- ein
oder zwei Tempoläufe pro Training (Verhältnis
20:1 bis 40:1)
Entwicklung der Methode
Bevor Ernst van Aaken seine Methode entwickelte, wurde bereits seit einigen Jahren in Intervallen trainiert. Im Jahr 1948 hatte Emil Zatopek
im Langlauf das langsame Laufen und die Erholungspause eingeführt und damit das "klassische Intervalltraining" begründet.
In der Folgezeit wurde beim Training die Belastungsintensität gesteigert
und es entstand die "verbesserte Intervallmethode" Freiburger Prägung. Hohe Belastung durch sehr schnelle Sprints wechselten
mit Erholungspausen ab, aber Erholungsfähigkeit und Leistungsfähigkeit erwiesen sich als nicht identisch.
Dr. van Aaken reagierte 1947 auf diese obligatorisch eingeführte
Trainingsmethode mit seiner "reinen Ausdauermethode". Seine bekanntesten Schüler waren u.a. Harald
Norpoth, Manfred Steffny und Segal. 10 Jahre später wurde seine Methode in Neuseeland
durch A. Lydiard aufgegriffen. Die allgemeine Anerkennung der "reinen Ausdauermethode" erfolgte erst 1964 nach den Olympischen Spielen
in Tokio.
Physiologische
Begründung
Die Ausdauermethode von Ernst van Aaken strebt eine maximale Sauerstoffaufnahme
ohne Anwachsen einer initialen Sauerstoffschuld an.Die Bildung von Milchsäure und Brenztraubensäure wird
vermieden.Die Zellen geben Natrium und Wasser ab und nehmen dafür Kalium auf. Ihr Energiepotential erhöht sich. Die Leistungssteigerung
erfolgt durch gesteigerte Fermentaktivität der Muskulatur und nicht durch Krafttraining. Anaerobe Belastungen werden vermieden. Je ausdauernder
trainiert wird, desto ökonomischer wird die Atmung, das heißt umso kleiner ist die ventilierte Luftmenge für die gleiche Sauerstoffaufnahme.
Dadurch erhöht sich die persönliche Ausdauerleistungsgrenze während sich gleichzeitig das Körpergewicht verringert.
Wissenschaftlich wurde die Methode von zahlreichen Untersuchungen u.a. durch Prof.
W. Hollmann in "Höchst- und Dauerleistungsfähigkeit des Sportlers" 1963 untermauert.
Trainingsbeispiel
- 2000 m 2 min. langsamer als die
persönliche Bestzeit und Gehpausen von 3-5 min oder
3000 m 3-4 min. langsamer als die persönliche Bestzeit und
ebenso lange Gehpausen
- 1 oder 2 Tempoläufe über
400 oder 600 m mit Gehen oder Traben dazwischen oder
10 x 350 m Traben mit 50 m Gehpausen
- 2000 m 2 min. langsamer als die
persönliche Bestzeit
- 5 x 350 m Traben
- 2000 m 2 min. langsamer als die
persönliche Bestzeit